Pressenotiz RHEINPFALZ vom 10.12.2009

Hilfe für die Ärmsten der Armen

KAISERSLAUTERN: Das Buch „Brot zum

Leben" will zum Helfen ermutigen - Erlös

kommt Projekten zugute   Originalartikel


Einen Beitrag zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums in der Welt will das Buch „Brot zum Leben; 99 + 1 Mutmachgeschichten" leisten. Das in Zusammenarbeit mit dem „BrotZEIT"-Projekt des Evangelischen Seniorenwerks und der Aktion „Brot für die Welt" entstandene Werk erzählt anhand von 99 Beispielen von Hilfsprojekten auf dem ganzen Globus. Sechs der rund 20 Autoren stammen aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern.


Die Geschichten handeln von Straßenkindern in Costa Rica und von Menschen, die sich ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, indem sie den Müll anderer nach Verwertbarem durchwühlen. Sie erzählen von Kinderarbeit und davon, wie sich Frauen gegen Vertreibung wehren. Sie berichten von dem Menschenrecht auf Wasser und von dem, was bereits mit Spendengeldern an Hilfeprojekten für Notleidende geschaffen werden konnte. Das Buch hat außerdem zwei leere Blätter, die mit einer persönlichen Geschichte des Lesers gefüllt werden können.


„Die Geschichten sollen den Menschen Mut machen, etwas anzupacken und zu verändern. Viel Erfreuliches ist schon geschehen, aber die Ärmsten der Armen brauchen weiter unsere Hilfe", sagt Berthold Gscheidle, Leiter der „BrotZEIT"-Gruppe Pfalz, der sich wie alle seine Mitstreiter seit Jahren für die Hilfsaktion „Brot für die Welt" einsetzt.


Entstanden ist die Idee im vergangenen Jahr zum 50. Jubiläum der Hilfsorganisation. „Zunächst hatten wir einen Abreißkalender für jeden Tag geplant, aber dann haben wir uns doch für ein Buch mit 99 und einer Geschichte entschieden, weil sie dann nicht im Papierkorb landen, sondern Bestand haben', erzählt Gscheidle. Alle Autoren sind Mitglieder in „BrotZEIT"-Gruppen und engagieren sich meist schon seit Jahrzehnten in Hilfsprojekten in Afrika, Indien und Lateinamerika.


„Meine Generation hat die Not der Nachkriegszeit miterlebt. Jetzt können wir das weitergeben, was wir damals selbst an Hilfe bekommen haben", hebt der Kaiserslauterer Autor Dieter Cassel seine Beweggründe für die Mitarbeit hervor. So erinnert er sich ebenso wie Klaus-Dieter Härtel aus Ebernburg an die Schulspeisungen mit Lebensmitteln aus Spenden ehemaliger Feinde. „Hunger ist ein nicht gerecht verteiltes, globales Problem. Wir sehen uns als Multiplikatoren für die Botschaft der aktuellen Kampagne ,Es ist genug für alle da". Wir möchten den Einzelnen ansprechen, damit er sich solidarisch mit den Armen erklärt", fügt er an.


Seit Mai wird das Buch über die hiesige „BrotZEIT"-Gruppe vertrieben. Nach Gscheidles Schätzung konnte bereits die Hälfte der Auflage von 1000 Exemplaren verkauft werden. 160 Stück davon hat Mitglied Günter Henn an den Mann gebracht: Er hatte Kontakt zu den zwölf Pfarrämtern des Dekanats Otterbach aufgenommen und ihnen als Werbung jeweils ein Anschauungsexemplar zukommen lassen.


Geplant ist eine Ausweitung der Aktion auf den Umkreis von Kaisers- lautern, kündigt Berthold Gscheitle an. Der Verkaufserlös kommt in voller Höhe der Hilfsorganisation „Brot für die Welt" zugute. (lmo)


zurück